Betta macrostoma stammt aus dem Nordwesten der Insel Borneo, aus dem Sultanat Brunei. Hier wurde sie im Oberlauf des Sungai Mendaram gefunden (AXELROD 1982 a, b, SCHULZ 1984, Ernucti1992). Auch von Fundorten aus Sarawak, im Grenzbereich zu Brunei, wird berichtet (mdl. Mit. NEUGEBAUER 1992). SCHULZ (1984) gibt Angaben zum Klarwasser des Fundorts: kühl, pH 4.3 und härtefrei, nach ETTRICH (1992): 24 ‘C und pH 5,6. Balz Zur Balz, die der von Betta unimaculata ähnelt, entfärbt sich das Männchen überraschenderweise aus der Prachtfärbung, das Rot wird blasser und die schwarzen Bereiche am Körper werden grau und in den Flossen teilweise sogar transparent (dies geht auch aus den Abbildungen bei Axelrod (1982c) hervor, wurde aber bisher von keinem der Autoren (Axelrod 1982c, Schulz 1985, Schmidt 1991, Ettrich 1992) erwähnt). Balzfärbung und Aggressionsfärbung sind also bei Bella macrostoma-Männchen nicht identisch! Wie bei Betta unimaculata beschrieben, ist das Weibchen auch bei Betta macrostoma zum Beginn der Balz aktiver und auch ansonsten stimmt das Verhalten in dieser Phase bei beiden Arten überein. Typisch für Betta macrostoma ist jedoch auch hier die Intentionsbewegung Eierspucken, die bei dieser Art besonders intensiv ausgeführt wird, auch vom Männchen.
Ablaichen der Kampffische
Auch das eigentliche Ablaichen ist ähnlich, doch sind die echten Paarungen bei Betta macrostoma kürzer und es kommt zu weniger Scheinpaarungen als bei Betta unimaculata. Bei der echten Paarung bleibt das Weibchen in der aufrechten Haltung oder es wird, häufiger, vorn Männchen auf die Seite gedreht Während der Kopulation können die Partner absinken und dabei mit Kopf (Weibchen) oder Rücken (Männchen) nach unten weisen. Schulz (1985) schreibt: “Laich wird erst abgegeben, wenn es dem Männchen gelingt, seine Partnerin kurzzeitig auf den Rücken zu drehen.” Ein solches, ansonsten für Schaumnestbauer typisches, Verhalten konnte ich bei Betta macrostoma nie beobachten. Auch berichtet Schulz von einer U-förmigen Umschlingung, während bei meinen Fischen die Umschlingung während echter Paarungen immer geschlossen war. Das Männchen bleibt länger in der Laichstarre und das sich aus der Umschlingung lösende Weibchen nimmt die zwei bis 20 Eier von der Anale und dem Bauchbereich des weiterhin in der Laichstarre verharrenden Männchens auf. Eine weitere Besonderheit sind die bereits von Schulz (1985) beschriebenen Synchronisationsbewegungen der Partner mit dem Maul zur Eiübergabe. Durch mehrmaliges gleichzeitiges Öffnen und Schließen des Mauls ohne Eiübergabe bei beiden Partnern, werden schließlich die Eier fast direkt von Maul zu Maul überreicht. Dieser Vorgang kann nicht mehr als “Zuspucken” bezeichnet werden, obwohl er nicht immer exakt ausgeführt wird. Dabei werden die Eier meist alle auf einmal weitergegeben, so daß der gesamte Vorgang der Eiübergabe, auch gegenüber bereits spezialisierteren Arten, wie Betta waseri, erheblich schneller erfolgt. Anschließend kommt es zu weiteren Intentionsbewegungen mit den Mäulern. Die Maulbrutpflegezeit dauert 18 bis 22 Tage, es werden bis zu 120 Junge entlassen, die dann 7 bis 8 mm lang sind.