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Guppyzucht 3

in Zierfischzucht

Guppy-Inzucht I: Einkreuzen nichtverwandter Tiere in einen erbfesten Stamm

Bei der Herauszüchtung, Erhaltung und Verbesserung erbfester Guppy-Stämme wen­den wir das Prinzip der Inzucht an. Inzucht liegt im­mer dann vor, wenn nahe Verwandte miteinander zur Fortpflanzung gebracht wer­den, z. B. Vater mit Tochter, Mutter mit Sohn, Bruder mit Schwester. Bei jeder Tier und Pflanzenzucht, diene sie dem Hobby oder handle es sich um gewerbsmäßige Nutztier- und Nutzpflanzen­zucht, ist Inzucht die Voraus­setzung für den Erfolg. Es gibt allerdings Arten, die auf Inzucht sofort negativ reagie­ren. Andere sind erstaunlich unempfindlich dagegen. Der Guppy verträgt sie erstaun­lich gut, doch auch bei ihm gibt es Grenzen. Wir können den Guppy über mehrere Ge­nerationen in Bruder-Schwe­ster-Paarung züchten, aber dann treten mit Sicherheit Degenerationserscheinungen auf. Meist haben wir dann bei der Zuchtauslese Fehler gemacht, vor allem nicht das Gebot beachtet, nur starke und vitale Tiere zur Weiter­zucht zu verwenden. Oft ha­ben wir uns verleiten lassen, das „schönste Männchen” zu nehmen. Degenerationser­scheinungen können aber auch auf innere, für uns nicht sichtbare Schwächen zurückzuführen sein. Durch die Inzucht werden leider nicht nur die positiven, son­dern auch die negativen Erb­merkmale gefestigt und ver­stärkt Inzuchtschäden beim Guppy zeigen sich gewöhn­lich dadurch, daß die Guppys von Generation zu Generati­on kleiner und schwächli­cher werden, langsamer wach­sen, anfälliger für Krank­heiten werden, und daß die Zahl der Jungen von Wurf zu Wurf abnimmt. Das kann bis zu völliger Unfruchtbarkeit des Stammes führen. Die Ur­sache kann sowohl beim Männchen als auch beim Weibchen liegen. Ehe uns nun der Stamm völlig zusam­menfällt und wir ihn aufge­ben müssen, sollten wir Ge­genmaßnahmen treffen. Und das bedeutet: Einkreuzung. Dazu sollten wir nun nicht in irgend ein Zoogeschäft ge­hen und uns ein beliebiges Männchen kaufen. Das wür­de alles nur verschlimmern. Wir müssen uns ein passen­des Männchen zum Einkreu­zen suchen.

Angenommen, wir haben einen Filigranstamm (best. Zeichnungsmuster, Anm. der Red.), den wir auffrischen müssen. Von Ausnahmen ab­gesehen, wird das Filigran­muster nur vom Vater auf den Sohn vererbt. Kaufen wir nun ein Guppy-Männchen, das das Filigranmuster nicht im Erb­gut hat, so verschwindet das Filigranmuster, weil die Weibchen das Muster nicht vererben. Wir müssen also einen Züchter suchen, der gleichfalls Filigranguppys des gleichen Standards züch­tet und von ihm ein Männ­chen erwerben. Dieses Männ­chen muß nun in unserem Stamm aufgehen. Dazu dürfen wir das Männchen nicht einfach in unseren Stamm kreuzen, sondern dürfen es nur vorsichtig an unseren Stamm ankreuzen. Das erfolgt so: Wir züch­ten unseren Stamm weiter wie bisher mit geeigneten Zuchttieren, Daneben bauen wir eine zweite Linie mit dem neuen Männchen auf, in dem wir es mit einem oder mehreren Weibchen unseres Stammes paaren. Aus der F 1 dieser Paarung nehmen wir das beste Männ­chen und paaren es wieder mit Weibchen aus unserem Stamm. Oder wir nehmen ein gutes Männchen aus un­serem Stamm und paaren es mit Weibchen aus der F 1 der Einkreuzung. Oder, wenn wir genügend Aquarien haben, führen wir beide Möglichkeiten durch. Die zweite Generation (F 2) muß schon Hinweise geben, ob die Einkreuzung ein Erfolg war und die Nachkommen daraus besser sind, als die Guppys aus unserem alten Stamm. Und warum verwen­den wir meistens nur Männ­chen zum Einkreuzen? Er­stens werden etliche Merk­male beim Guppy nur vom Männchen vererbt (z. B. Fili­gran, Doppelschwert, Grün), zweitens fällt es uns immer leichter. bei den Männchen geeignete Tiere zur Weiter­zucht herauszufinden.

Guppyzucht 2

in Zierfischzucht

Die Nachkommen aus ei­ner Kreuzung nicht verwand­ter Stämme nennen wir in der Guppy-Zucht Hybriden (die wissenschaftliche Defini­tion für einen Hybriden ist etwas anders). Sie sind meist sehr kräftig, groß und oft sehr fruchtbar. Wenn sie auch nicht wie ihr Vater aus­sehen müssen, können sie in der F1 (die erste Folgegene­ration) manchmal doch schö­ner und kräftiger gefärbt sein als er. Kreuzen wir je­doch solche Hybriden unter­einander, erleben wir fast immer einen Rückschlag: die Guppys erreichen nicht an­nähernd das Aussehen ihrer Eltern. Warum nicht? Bei den Vorfahren waren be­stimmte Merkmale durch die Auswahlzucht gefestigt. Durch die Kreuzung mit ei­nem Guppy-Stamm mit völlig ande­ren Merkmalen ging diese Festigung verloren, und die Merkmale verwischen in den folgenden Generationen noch mehr, wenn wir nicht durch Zuchtauslese gegen­steuern.

Wen es dennoch reizt, mit nicht verwandten Guppys zu starten, sei es, weil ihm das Ausgangsmännchen beson­ders gefällt oder weil ihn die schwierige Aufgabe reizt, der paare das Vatertier mit sei­nen kräftigsten Töchtern, da­nach mit seinen Enkeltöch­tern und so fort, solange das Guppy-Männchen im Zuchtaquarium lebt und fortpflanzungsfähig ist. Anschließend nimmt man den besten Sohn oder Enkelsohn und setzt die Zucht fort. Dabei wählen wir natürlich stets das Guppy-Männchen aus, das unserem Zuchtziel am näch­sten kommt. Aber Vorsicht! Bei der Wahl zwischen ei­nem kleinen Männchen, das dem Zuchtziel gleicht und einem großen, gutgeform­ten, aber noch mit Fehlern behafteten Männchen sollte man sich immer für das letz­tere entscheiden. Sonst wird der Guppy-Nachwuchs schnell von Generation zu Generation kleinwüchsiger, und wir sind mit unserer Zuchtarbeit schnell am Ende.

Wer sich aus einer Fremd­kreuzung einen Guppystamm auf­bauen will, sollte sich nur mit diesem Stamm beschäfti­gen und von dem jeweilig ausgewählten Männchen so viele Guppyweibchen wie möglich belegen lassen. Bei einer peinlich genauen Zuchtaus­wahl in Richtung Zuchtziel, kann er damit rechnen, schon nach wenigen Genera­tionen Erfolge zu sehen: die Männchen beginnen, sich einheitlich auszubilden. Da­bei gibt es natürlich keine Garantie auf die Ähnlichkeit mit dem „Stammvater”. Zu groß sind die Einflußgrößen von seiten der Mütter, oder das Ausgangstier war von vornherein nicht erbfest: im Extremfall kann sich ein völ­lig anderer Farbschlag ent­wickeln. Um uns bei ernsthaftem Angang der Hochzucht Enttäuschungen zu ersparen, sollten wir also nur Guppys aus durchgezüchteten Stämmen miteinander kreuzen, denn nur hier sind die vererbbaren Merkmale bekannt. Mindestens aber eines der Aus­gangsguppys sollte aus einem solch erbfesten Stamm kom­men.

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Guppyzucht

in Zierfischzucht

Grundsätzlich eines vorweg: Es gibt nicht die einzig wahre Zuchtmethode, es gibt mehrere erfolgver­sprechende. Sie sind aber allesamt das Produkt aus der Aneignung Guppyzuchtvon Spezialwissen, persönlicher Erfahrung und viel Geduld. Selbst engagierte Aquarianer, die schon so manchen Problemfisch erfolgreich vermehren konnten, werden beim Guppy bald an ihre züch­terischen Grenzen stoßen. Dann ist oftmals Beratung von seiten der Züchterver­einigungen gefragt und notwendig. Die meisten Züchter behandeln Ihre Methode nicht als Ge­heimnis, sondern geben sie bereitwillig preis. Der Guppy ist in der Hochzucht halt ein schwieriger Fall, andererseits ist die Guppy-Zucht aber auch keine schwarze Kunst. Man muß sich nur richtig mit ihr beschäftigen. In der Tierzucht unter­scheiden wir grundsätzlich die Fremdzucht von der In­zucht und Linienzucht, wo­bei die beiden letzteren For­men in enger Verbindung miteinander stehen.

Fremdkreuzung - Kreu­zung nicht verwandter Tiere

Wir gehen in das nächste Zoogeschäft und suchen uns ein hübsches Guppy-Männ­chen aus, irgendwo schwimmt sicher auch noch eines dieser unscheinbaren Weibchen herum. Wir kaufen beide und setzen sie zuhause ins Aquarium, nach ca. 5 Wochen ist der erste Nach­wuchs da. Das ging ja einfa­cher als erwartet, werden manche jetzt denken und sich fragen, warum man so einen Wirbel um die erfolgreiche Guppyzucht veranstaltet. Erst auf den zweiten Blick, nämlich dann, wenn die Tiere ausfärben, sehen wir, was für ein Misch­masch an Farben und For­men da in unserem Becken schwimmt. Kaum ein Männchen ähnelt seinem Vater, von gezielter Merkmalszucht kann nicht die Rede sein. Was ist passiert? Unser Zuchtpaar war nicht mitein­ander verwandt Beide Eltern stammten offensichtlich aus verschiedenen Stämmen und haben daher verschiedene Faktoren vererbt (in der Re­gel müssen wir davon ausge­hen, daß im Zoofachhandel erworbene Guppys nicht mit­einander verwandt sind). Hinzu kommt daß die El­terntiere nicht erbfest waren, was die Nachzucht zusätzlich aufspaltete. Wer mit solchen Tieren weiterzüchten will, braucht unnötigerweise mehr Zeit und Ausdauer, als er wahrscheinlich durchzuhal­ten bereit ist.

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