Diskusfische stehen im Ruf, problematische Pfleglinge zu sein. Schwer zu halten, krankheitsanfällig und anspruchsvoll bezüglich der Futter- und Wasserqualitäten. Diesem Vorurteil möchte ich mit dem folgenden Artikel entgegentreten und dem interessierten Diskusfreund Wege zu einer erfolgreichen Haltung aufzeigen.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich nun schon mit der Haltung und Zucht von Diskusfischen, und dabei fing alles so harmlos an. Mein kleiner Sohn wollte eines Tages ein Aquarium, und er bekam es auch, weil ich mir damit insgeheim selbst einen alten Jugendtraum erfüllen konnte. Das erste Aquarium war ein Gesellschaftsbecken, aber schon damals faszinierten mich die herrlichen Diskusfische. Sie zu pflegen, traute ich mir aber noch nicht zu und so suchte ich den Kontakt zu einem Aquarienverein in Münchberg. Dort und durch intensives Studium der Fachliteratur eignete ich mir eine gewisse Sachkunde an, und nach einem Jahr wurde ein weiteres, größeres Aquarium aufgestellt, die ersten Diskusfische gekauft. Seit dieser Zeit hält das Diskusfieber ungebrochen an, und ich bin diesen majestätischen Diskus bis zum heutigen Tag treu geblieben.
Einrichtung eines bepflanzten Schauaquariums
Da der Diskus ein Schwarmfisch ist, steht die Frage nach der Beckengröße an erster Stelle. Aquarien ab 300 Liter aufwärts haben sich hierbei bestens bewährt. Die Einzelhaltung eines Diskus ist abzulehnen, da arttypische Verhaltensweisen erst ab ca. 5 Tieren zur Geltung kommen. Besser jedoch sind Gruppen von 6 bis 10 Tieren. Grundsätzlich gilt, daß ein größeres Aquarium ein stabileres Aquarienmilieu aufweist, ein Punkt, der bei der Diskuspflege nicht zu kurz kommen sollte.
Feiner, dunkler, gut gereinigter Sand mit einer Körnung von 1 bis 3 mm hat sich als vorteilhaft erwiesen, da Diskusfische gerne ihre Nahrung im feinen Bodengrund freipusten. Feinkörniger Bodengrund verhindert außerdem ein Versinken von Futterresten, die infolge Zersetzung die Wasserqualität verschlechtern würden. Wurzeln wirken dekorativ und eignen sich im Diskusbecken gut als Unterstände. Am besten sind abgelagerte Moorkienwurzeln, Savannenwurzeln oder Steinholz. Auf jeden Fall sollten alle Wurzeln einige Zeit gewässert und mit einer Bürste kräftig gereinigt werden. Bei der Auswahl der Pflanzen sind die hohen Wassertemperaturen von ca. 29 Grad zu beachten. Bewährt haben sich die folgenden Arten: Aponogeton crispus. Tigerlotus, Rotala rotundifolia, Vallisneria gigantea und verschiedene Echinodorus- und Cryptocorynenarten. Sicherhaltshalber werden die Pflanzen 15 Minuten in ein Desinfektionsbad (1 Gramm Kaliumpermanganat auf 10 Liter Wasser) gelegt, um parasitäre Einzeller und Algensporen abzutöten. Danach werden sie mit Wasser abgespült. Nach Einbringen des Bodengrundes und der Wurzeln wird das Aquarium zu Dreivierteln mit Wasser gefüllt und die Pflanzen nach Erreichen der Endtemperatur eingebracht. Um eine gute Photosynthese der Pflanzen sicherzustellen, sollte eine ausreichende Beleuchtung installiert werden. Lumilux Leuchtstoffröhren mit der Lichtfarbe 11 haben sich im Aquarium sehr gut bewährt.
Einer der wichtigsten Punkte bei der Diskuspflege ist die Filterung. Ein biologischer Filter arbeitet am effektivsten, wenn das Filtersubstrat langsam durchflossen und belüftet wird. Man bevorzugt sogenannte Mehrkammerfilter mit einer Schaumstoffmatte als Vorfilter. Die Filtersubstrate müssen so angebracht werden, daß einlaufendes Wasser zuerst durch grobe und dann durch feinere Materialien fließt. Folgende Anordnung hat sich bewährt: Schaumstoffvorfilter, grober Filterschwamm, Tonröhrchen, feiner Filterschwamm, Watte. In der letzten Kammer befindet sich eine Tauchpumpe und der Heizstab. Elektronisch gesteuerte Temperaturregler haben den Vorteil, daß eine Überhitzung des Aquariums durch eventuelles Festkleben des Bimetalles im Regelheizer vermieden wird. Für ein 600 Liter fassendes Aquarium ist eine Pumpenleistung von 1200 Liter pro Stunde und ein Filtervolumen von 160 Liter ein gutes Verhältnis. Solche Aquarien verkraften auch einmal eine größere Wasserbelastung ohne Schwierigkeiten. Wird das Filtersubstrat durch mehrere Ausströmer von unten belüftet, so erreicht man eine Gegenströmung im Filter und die Bakterien werden überall ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Filterbewohner, Bakterien und Kleinlebewesen, benötigen ca. 3 Wochen, bis sie mengenmäßig biologisch ausreichend aktiv sind.