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Fadenfische im Aquarium

in Zierfischarten

Jeder Aquarienfreund hat so seine Lieblingsfi­sche. Der eine mag es bunt und quirlig, der ande­re hat sich spezialisiert und pflegt Tiere in einem Ar­tenaquarium. Schon als Kind haben den Autor Labyrinthfische in ihren Bann gezo­gen.

In einem Gesellschaftsaquarium hielt er seine ersten Zwergfadenfische und Mosaikfadenfische (Osphronemidae). Der Gedanke an eine Labyrin­therzucht zwergfadenfische lag ihm damals na­türlich noch fern. Erst 20 Jah­re später stellte er mit dem Zwergfadenfisch (Colisa lalia) seine ersten Zuchtversuche an, und als die ersten selbst­gezogenen Jungfische erfolg­reich heranwuchsen, war sein Eifer geweckt. Mittler­weile habe ich alle im Zoo­fachhandel erhältlichen Zwergfadenfische, La­byrinther nachziehen kön­nen. So auch den Pfirsichgu­rami, ein Zuchtprodukt, das wahrscheinlich aus Asien zu uns gelangte. Sein züchterischer Ausgangspunkt war der Dicklippige Fadenfisch, Colisa labiosa.

Der Pfirsichgurami hielt Mitte der 80er Jahre Einzug in unsere Aquarien. Auch mir hat er ge­fallen und ich erwarb zwei Paare. Sie bezogen ein 50 Li­terbecken, in dem Pflanzen, Wurzeln und Kokosnußhälf­ten reichlich Versteckmög­lichkeiten boten. Diese vor allem den den Weibchen, da die Männchen bei der Balz manchmal allzu heftig trei­ben. Die Wasserwerte be­trugen 12: GH, pH 6,5 und 25-27 ‘C im Nacht/Tag-Wech­sel. Eine Abdeckung verhin­derte ein mögliches Heraus­springen und sorgte gleich­zeitig für eine warme Luft­schicht über der Wasserober­fläche. Alle Labyrinther schöpfen ja bekanntlich atmosphärischen Sauerstoff und es ist gut, wenn die Luft­schicht temperiert ist.

In ihrer Form erinnern die Pfirsichguramis an den Dick­lippigen Fadenfisch. Ihre Grundfarbe ist ein Pfirsich­gelb, die Afterflosse hat eine schokoladenbraune Farbe, Rücken- und Afterflosse sind orange gesäumt. In Hochzeitsstimmung und bei der Revierverteidigung färbt sich das Männchen dunkelbraun ein. Man sollte ihnen minde­stens ein Aquarium von etwa 50 Litern anbieten, besser größer. Denn wenn die Tiere ihre heftige Balz ausführen, kann Aquarienenge zum Liebestöter werden. Sonst sind die Tiere sehr verträglich und lassen sich gut mit Fischen anderer Arten vergesellschaf­ten. Aber Vorsicht bei Suma­trabarben, die knabbern all­zu gerne an den fadenarti­gen Verlängerungen der Bauchflossen. Bezüglich des Futters sind sie nicht sehr wählerisch und auch ein Aquarianer, der nicht die Möglichkeit hat, Teichplank­ton zu fangen, bekommt sie mit Frost bzw. Trockenfutter satt.

Meine Fadenfische waren schon zwei Tage, nachdem ich sie erworben hatte, in Hochzeitsstimmung. Die bei­den Männchen hatten in ih­ren Revieren je ein etwa 10cm großes Schaumnest colisa laliage­baut. Die Weibchen wurden zunächst immer wieder aus der Nähe der Nester vertrie­ben. Erst als sie einen deut­lich sichtbaren Laichansatz zeigten, durften sie zu ihren Männchen unters Nest schlüpfen. Nach einigen Stup­sern in die Seite, erfolgten die ersten Scheinpaarungen, bei denen noch keine Geschlechtsprodukte abgegeben wurden. In den Abend­stunden des nächsten Tages kam es dann zur eigentlichen Paarung. Dabei umschlang das Männchen sein Weib­chen und drehte es mit dem Bauch in Richtung Schaum­nest. Unter Zittern wurden von beiden Partnern die Ge­schlechtsprodukte ausgesto­ßen. Nach dem Akt mußte sich das Weibchen wieder verabschieden, d.h. es wurde nicht mehr in der Nähe des Schaumnestes geduldet.

Das komplette Nest schöpf­te ich dann in ein kleineres Aufzuchtbecken, um später die Fütterung der hingen ge­zielter durchführen zu kön­nen. Die Larven schlüpften nach etwa 24 Stunden. Als der Dottersack verzehrt war, fütterte ich die nunmehr frei­schwimmenden Mikrobabies mit Liquifry Nr. 1, einem flüs­sigen Futterpräparat. Frisch geschlüpfte Salinenkrebschen wurden nach etwa 10 Tagen genommen. Das kleine Aufzuchtgefäß reinigte ich täglich, wobei mir eine kleine Apfelschnecke bei der Beseitigung von Futterresten mithalf. Mit ausgesiebtem Tümpelfutter wuchsen die Jungfische rasch heran und waren nach 4 Wochen etwa 15 mm groß. Nun kamen sie in ein größeres Aquarium, um besser abwachsen zu kön­nen. Gleichzeitig begannen sie, sich umzufärben, und nach 4 Monaten konnte ich die Geschlechter der nun ca. 5cm langen Fische bereits unterscheiden. Auf diese Weise habe ich bei meinem ersten Zuchtversuch mit Pfir­sichguramis 48 Tiere erfolg­reich nachziehen können.

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