Als AXELROD 1982 in T. F. erstmals über Betta macrostoma berichtete, waren alle Labyrinthfischfreunde von diesem wunderschönen neuen Kampffisch, der Brunei Beauty, begeistert und hofften auf einen baldigen Import nach Europa.
Aber die Zucht gelang weder in den USA noch in jean. 1984 importierte SCHULZ die Brunei-Schönheit und konnte im Sommer 1985 erstmals über eine gelungene Zucht von berichten.
Einer größeren Verbreitung in den Aquarien stand damit eigentlich nichts mehr im Wege. Aber trotz wiederholter Zuchterfolge ging der Bestand zunächst wieder verloren, so daß Schulz im Frühjahr 1989 einen erneuten Importversuch unternahm. Der Aufenthalt in Brunei ist teuer und der Aufwand des Imports groß. Daher war es nicht verwunderlich, daß die teuren und seltenen Importe noch keine größere Verbreitung fanden. Bleibt zu hoffen, daß mit den wenigen verbleibenden Exemplaren dieser krankheitsanfälligen Kampffische diesmal die Erhaltung im Aquarium gelingt. Von Interesse für die Aquaristik ist der Bunte Kampffisch nicht nur wegen seiner auffälligen Farbigkeit, sondern auch wegen seines speziellen Brutpflegeverhaltens. Ist es schon ungewöhnlich, daß ein maulbrütender Kampffisch derartige Plakatfarben aufweist (wie sie vergleichbar nur bei Betta foerschi vorkommen), so ist es um so erstaunlicher, daß bei dieser Art das bei den meisten maulbrütenden Kampffischen übliche Zuspucken der Eier weitgehend entfällt. Hier übergibt das Weibchen ihrem Partner die Eier direkt ins Maul.
Bisher wurde jedoch einiges noch nicht klar herausgestellt. Neu ist zum Beispiel, daß das Betta macrostorna-Weibchen ihren maulbrütenden Partner die gesamte Zeit überbewacht. Das Erscheinungsbild der typischen Petto macrostomaKrankheit ist vergleichbar mit dem Krankheitsverlauf Tbc-infizierter Aquarienfische. Eine Untersuchung eines befallenen Fisches in der Landesanstalt für Fischerei NRW bestätigte diesen Verdacht. Die Fische bekommen helle Körperflecken, später dort offene Wunden und in den Flossen erscheinen Löcher. Die Krankheit schreitet nur langsam voran, wirkt aber immer tödlich. Medikamente verträgt Betta macrostoma nahezu überhaupt nicht. Selbst besonders schonende Mittel töten die Fische kurz nach der Anwendung. Die Zusammensetzung des Wassers spielt dabei keine Rolle, doch verzögert kühles Wasser (22′ C) die Entwicklung der Krankheit und organisch belastetes Wasser beschleunigt sie wahrscheinlich.