Nach der Einlaufzeit kommen wir zum wohl interessantesten Punkt, dem Erwerb des Diskus. Zum Hobbystart empfehle ich die Anschaffung halbwüchsiger Nachzuchtfische von ca. 10 cm Länge. Jüngere Exemplare bedürfen einer mehrmals täglichen Fütterung, ältere erweisen sich bei der Eingewöhnung manchmal als schwierig. Das alte Sprichwort: Wenn du die Tochter willst, schau dir erst die Mutter an, läßt sich in abgewandelter Form für den Erwerb der Diskusfische verwenden: Wenn du Diskusfische kaufen willst, hör dir erst den Verkäufer an.
Die fachliche Kompetenz des Händlers oder Züchters erbringt uns nicht nur wertvolle Pflegehinweise, sie läßt meines Erachtens auch Rückschlüsse auf die Qualität des Diskus zu. Anbieter mit Fachwissen sind in der Regel verantwortungsbewußte Diskushalter, die aus eigener Überzeugung nur Diskus-Zuchtformen mit guten Eigenschaften weitergeben, Vitalität, gutes Wachstum und Farbenpracht kennzeichnen einen solchen Diskus und machen dem Anfänger keinen Kummer.
Es gibt einige Merkmale, an denen auch der Einsteiger erkennen kann, ob ein Diskus gesund ist oder nicht. Abgemagerte Fische, die besonders am Rücken eingefallen wirken, sind meist von Parasiten befallen. Ein Diskus, der weiße, schleimige Kotfäden hinter sich herzieht, leidet unter Darminfektionen. Dunkelfärbung und Flossenklemmen signalisieren ein allgemeines Unwohlsein. Langgestreckte Diskusfische mit unnatürlich großen Augen zeigen ein schlechtes Größenwachstum. Bei einseitiger Kiemenatmung, ruckartigem Vorschießen und Auswürgebewegungen liegt der Verdacht auf Kiemenwürmer nahe. Ein Diskus mit deformierten Kiemendeckeln sollte nicht gekauft werden.
Nachdem man sich die Diskusfische eine Zeitlang angeschaut und keinen der geschilderten Mängel festgestellt hat, wählt man sich seine Favoriten nach Form, Farbschlag und Zeichnung aus. Am besten kauft man alle Fische bei einem Anbieter des Vertrauens. Damit reduziert sich die Gefahr des Einschleppens von Krankheiten und bei eventuell auftretenden Problemen bekommt man die nötigen Ratschläge.