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Guppyzucht 2

in Zierfischzucht

Die Nachkommen aus ei­ner Kreuzung nicht verwand­ter Stämme nennen wir in der Guppy-Zucht Hybriden (die wissenschaftliche Defini­tion für einen Hybriden ist etwas anders). Sie sind meist sehr kräftig, groß und oft sehr fruchtbar. Wenn sie auch nicht wie ihr Vater aus­sehen müssen, können sie in der F1 (die erste Folgegene­ration) manchmal doch schö­ner und kräftiger gefärbt sein als er. Kreuzen wir je­doch solche Hybriden unter­einander, erleben wir fast immer einen Rückschlag: die Guppys erreichen nicht an­nähernd das Aussehen ihrer Eltern. Warum nicht? Bei den Vorfahren waren be­stimmte Merkmale durch die Auswahlzucht gefestigt. Durch die Kreuzung mit ei­nem Guppy-Stamm mit völlig ande­ren Merkmalen ging diese Festigung verloren, und die Merkmale verwischen in den folgenden Generationen noch mehr, wenn wir nicht durch Zuchtauslese gegen­steuern.

Wen es dennoch reizt, mit nicht verwandten Guppys zu starten, sei es, weil ihm das Ausgangsmännchen beson­ders gefällt oder weil ihn die schwierige Aufgabe reizt, der paare das Vatertier mit sei­nen kräftigsten Töchtern, da­nach mit seinen Enkeltöch­tern und so fort, solange das Guppy-Männchen im Zuchtaquarium lebt und fortpflanzungsfähig ist. Anschließend nimmt man den besten Sohn oder Enkelsohn und setzt die Zucht fort. Dabei wählen wir natürlich stets das Guppy-Männchen aus, das unserem Zuchtziel am näch­sten kommt. Aber Vorsicht! Bei der Wahl zwischen ei­nem kleinen Männchen, das dem Zuchtziel gleicht und einem großen, gutgeform­ten, aber noch mit Fehlern behafteten Männchen sollte man sich immer für das letz­tere entscheiden. Sonst wird der Guppy-Nachwuchs schnell von Generation zu Generation kleinwüchsiger, und wir sind mit unserer Zuchtarbeit schnell am Ende.

Wer sich aus einer Fremd­kreuzung einen Guppystamm auf­bauen will, sollte sich nur mit diesem Stamm beschäfti­gen und von dem jeweilig ausgewählten Männchen so viele Guppyweibchen wie möglich belegen lassen. Bei einer peinlich genauen Zuchtaus­wahl in Richtung Zuchtziel, kann er damit rechnen, schon nach wenigen Genera­tionen Erfolge zu sehen: die Männchen beginnen, sich einheitlich auszubilden. Da­bei gibt es natürlich keine Garantie auf die Ähnlichkeit mit dem „Stammvater”. Zu groß sind die Einflußgrößen von seiten der Mütter, oder das Ausgangstier war von vornherein nicht erbfest: im Extremfall kann sich ein völ­lig anderer Farbschlag ent­wickeln. Um uns bei ernsthaftem Angang der Hochzucht Enttäuschungen zu ersparen, sollten wir also nur Guppys aus durchgezüchteten Stämmen miteinander kreuzen, denn nur hier sind die vererbbaren Merkmale bekannt. Mindestens aber eines der Aus­gangsguppys sollte aus einem solch erbfesten Stamm kom­men.

weiter mit Guppyzucht Teil 3

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