Grundsätzlich eines vorweg: Es gibt nicht die einzig wahre Zuchtmethode, es gibt mehrere erfolgversprechende. Sie sind aber allesamt das Produkt aus der Aneignung
von Spezialwissen, persönlicher Erfahrung und viel Geduld. Selbst engagierte Aquarianer, die schon so manchen Problemfisch erfolgreich vermehren konnten, werden beim Guppy bald an ihre züchterischen Grenzen stoßen. Dann ist oftmals Beratung von seiten der Züchtervereinigungen gefragt und notwendig. Die meisten Züchter behandeln Ihre Methode nicht als Geheimnis, sondern geben sie bereitwillig preis. Der Guppy ist in der Hochzucht halt ein schwieriger Fall, andererseits ist die Guppy-Zucht aber auch keine schwarze Kunst. Man muß sich nur richtig mit ihr beschäftigen. In der Tierzucht unterscheiden wir grundsätzlich die Fremdzucht von der Inzucht und Linienzucht, wobei die beiden letzteren Formen in enger Verbindung miteinander stehen.
Fremdkreuzung - Kreuzung nicht verwandter Tiere
Wir gehen in das nächste Zoogeschäft und suchen uns ein hübsches Guppy-Männchen aus, irgendwo schwimmt sicher auch noch eines dieser unscheinbaren Weibchen herum. Wir kaufen beide und setzen sie zuhause ins Aquarium, nach ca. 5 Wochen ist der erste Nachwuchs da. Das ging ja einfacher als erwartet, werden manche jetzt denken und sich fragen, warum man so einen Wirbel um die erfolgreiche Guppyzucht veranstaltet. Erst auf den zweiten Blick, nämlich dann, wenn die Tiere ausfärben, sehen wir, was für ein Mischmasch an Farben und Formen da in unserem Becken schwimmt. Kaum ein Männchen ähnelt seinem Vater, von gezielter Merkmalszucht kann nicht die Rede sein. Was ist passiert? Unser Zuchtpaar war nicht miteinander verwandt Beide Eltern stammten offensichtlich aus verschiedenen Stämmen und haben daher verschiedene Faktoren vererbt (in der Regel müssen wir davon ausgehen, daß im Zoofachhandel erworbene Guppys nicht miteinander verwandt sind). Hinzu kommt daß die Elterntiere nicht erbfest waren, was die Nachzucht zusätzlich aufspaltete. Wer mit solchen Tieren weiterzüchten will, braucht unnötigerweise mehr Zeit und Ausdauer, als er wahrscheinlich durchzuhalten bereit ist.